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Umfragetipp 9: Stellen Sie sicher, daß der Kontext einer Frage sich nicht (unkontrolliert) auf deren Beantwortung auswirkt!

Wir kommen jetzt zu dem Gebot, das in der Praxis am meisten Schwierigkeiten mit sich bringt und am wenigsten kontrollierbar ist. Daß Fragen und die entsprechenden Antworten darauf Auswirkungen auf Folgefragen haben können, ist vollkommen unumstritten und hinreichend belegt. Nur: welche Fragen wirken sich auf Folgefragen wie aus? Antwort: Darüber können wir in der Phase der Fragebogenformulierung meist nur spekulieren. Hier geben erst ein Pretest oder im schlechtesten Falle erst die Daten der Befragung selbst Auskunft, sofern man überhaupt Mechanismen (z. B. unterschiedliche Fragebogenversionen mit unterschiedliche Vorfragen vor der interessierenden Frage) in den Fragebogen eingebaut hat, die Kontexteffekte kontrollieren können.

Wir wollen dies nur an einem Beispiel aufzeigen, und wir müssen dazu ausnahmsweise eine Quellenangabe machen; das folgende Beispiel findet sich bei Schwarz & Bless (1992)1:

Bei der Frage...

„Alles in allem: Was halten Sie ganz allgemein von der CDU?“

und einer Antwortskala von 1 = „überhaupt nichts“ bis 11 = „sehr viel“

erhalten wir ganz unterschiedliche Mittelwerte, je nachdem, ob wie die Vorfrage heißt:

A) „Wissen Sie zufällig, welches Amt Richard von Weizsäcker ausübt, das ihn außerhalb des Parteiengeschehens stellt?“ - Mittelwert 3,4
B) Vorfrage ohne politischen Inhalt - Mittelwert 5,2
C) „Wissen Sie zufällig, welcher Partei Richard von Weizsäcker seit mehr als 20 Jahren angehört?“ - Mittelwert 6,5

Je nachdem, ob man den allseits anerkannten und positiv bewerteten damaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker durch die Vorfrage aus der CDU rausdefiniert (Variante A, Exklusion) oder in die CDU hineindefiniert (Variante C, Inklusion) wird die CDU mit oder ohne Weizsäcker bewertet - mit bemerkenswert unterschiedlichem Ergebnis.

Das Beispiel ist überzeugend, aber kunstvoll konstruiert und nicht verallgemeinerbar. Kontexteffekte in Fragebogen lassen sich durch Nachdenken zwar ggfs. erahnen, aber nur durch systematische Test belegen.

Achten Sie bei der Fragebogengestaltung darauf, daß Fragen möglichst nicht auf andere ausstrahlen; im Zweifelsfalle empfiehlt sich allerdings immer ein systematischer Test.

1: Schwarz, Norbert & Herbert Bless (1992): Assimilation and Contrast Effects in Attitude Measurement: An Inclusion/Exclusion Model. S. 72 - 77 in: Advances of Consumer Research 19
   
 Buchtipp 
 
Fragebogen
Ein Arbeitsbuch
Aus der Reihe 'Studienskripten zur Soziologie' im VS Verlag
4. erw. Aufl. 2014. 203 S.
Autor: Rolf Porst
ISBN: 978-3658021177
Preis: 14,99 Euro
 
10 Umfragetipps

Formulierung von Fragen
Einleitung
Umfragetipp 1
Umfragetipp 2
Umfragetipp 3
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Umfragetipp 7
Umfragetipp 8
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Letztes Update: 19.06.2024